Tag 3 Fahrt zum Yellowstone (4.9.13)

Hallo Tagebuch, gestern war was los. Wir haben uns auf die weite Reise gemacht. In Denver sind wir vom Walmart Parkplatz aus gestartet. Die Fahrt sollte 8,5 Stunden dauern. Ca. 850 km. Es wurden allerdings 12 Stunden. Die Strecke ist unglaublich. Fast dauerhaft auf 1600 Höhenmetern verlief die Fahrt. Geröll ohne Ende. Eine Naturgewalt. Je weiter wir uns dem Yellowstone Super Vulkan näherten, desto höher wurden die Berge und unglaublicher die Landschaft und das endlos. Ich war zwar müde, aber beeinflusst hat mich das nicht. Zu aufregend war die Fahrt durch unbekanntes Land.
Zwei Baustellen haben wir passiert. Es wurde einspurig, aber statt auf Ampeln zusetzen, standen am jeweiligen Ende der Baustelle eine Person mit Fahne und Stopschild. Zwischen den Enden pendelte ein Security Car, dass den Weg durch die Baustelle aufzeigte. Ein bisschen Renngefühl kam auf.
Tankstellen sollte man aufsuchen, wenn der Tank nur noch halbvoll ist. Hier sind Tankstellen genau so selten wie Orte.
Auf dem Weg zu Cody führt der Weg direkt auf das Gebirge zu und biegt dann links ab. Ich nenne es mal Canyon durch was wir gefahren sind. Eine breite Straße führte durch das Gebirge. Auf der anderen Seite hatte die Eisenbahn ihre Gleise. Und weil das hier alles wie die Faust aufs Auge passt kam auch noch ein langer Zug entgegen. Mehrere Lokomotiven und zwei Container übereinander. Auf einigen Containern stand Hamburg Süd geschrieben.
In Cody angekommen blühte uns eine Kleinstadt auf. Die Straßen sind von Restaurants gesäumt. Überwiegend gab es hier saftige Steaks. Die ganze Fahrt führten uns die Straßen an der Steppe entlang. Wo Wasser zu sehen war, entstanden kleine Farmen oder auch größere Ortschaften wie Cody. Berühmtheiten wie Buffalo Bill begrüßten uns in Cody. (Nachtrag: Mittlerweile weiß ich, dass Buffalo Bill vor einiger Zeit die Stadt gegründet hat.)
Die Fahrt führte nun an immer gewaltigeren Bergen vorbei. Der Sonnenuntergang und die dabei entstandenen Fotos sprechen für sich. Eine Ranch folgte der nächsten. Hier kann ein Cowboy ein Cowboy sein.
Nach weiter Fahrt und Dunkelheit erreichten wir die Einfahrt zum Yellowstone Nationalpark. Schade, dass wir noch weitere 22 Meilen fahren mussten. Die Straßen schlängelten sich an den Bergen entlang. Bäume wie Zahnstocher zierten den Straßenrand. Plötzlich drang ein ungewöhnlicher Schwefelgeruch ins Auto. Das erklärte auch das Aussehen der Bäume. Wo aktiver Vulkan ist, soll Schwefel nicht weit entfernt sein.
Skurril waren die Hinweise, auf was alles zu achten ist: Wild, fallende Steine, Bären, Pferde, pedistrians (Fußgänger?), Snowmobile usw. Den echten Hirschen, oder wie die regionale Geschmacksrichtung hier heißen mag, sah ich zu spät um meinen Vater vor der Gefahr zu warnen. Ich kommentierte es einfach mit: Oh, da stand ein Hirsch zwei Meter von uns entfernt.
Gut das wir online reserviert hatten. Wir kamen um 21:10 am Campingplatz an. 10 Minuten nach Feierabend. Unsere Einweisung war in einem Briefumschlag hinterlegt. Wir waren nicht die Letzten in dieser Nacht.
Ich frage mich nur was aus uns geworden wäre, wenn ich nicht rein zufällig das unbeleuchtete Campingplatz Schild gesehen hätte?

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