Tag 5 Yellowstone (6.9.13)

Guten Morgen liebes Logbuch. Nach Ortszeit ist es 8:50. Die Sonne scheint und der Supervulkan hat uns noch nicht begraben. In 160.000 Jahren kommen wir wieder und schauen uns den wohl nächsten Ausbruch live an. Das wird ein Spektakel. Heute müssen wir uns mit kleinen Geysiren zufrieden geben.
Wenn das Leben gut läuft, dann läuft es wirklich gut. Heute haben wir uns in den Norden aufgemacht. Im Hayden Valley angekommen, mussten wir gleich eine Pause einlegen. Ein Bisonherde streifte über die Wiesen am Fluss. Die Weiten des Landes konnten mit einem Fernglas entdeckt werden. Die Weiterfahrt war von unzähligen Pausen bestückt. Wir wollten unbedingt einen Bären entdecken.
Nach wenigen Meilen erreichten wir den Grand Canyon. Ja davon gibt es hier im Yellowstone auch einen. Wir bogen intuitiv an der Straße ab, stellten das Wohnmobil auf den Parkplatz und machten eine kleine Pause. Und siehe da: Der Regen hatte aufgehört. Wanderstiefel an und los. Zu erst den Lower Fall. Ein kleiner Wasserfall der geschätzte 20 Meter runter ging. Dann nahmen wir Tom’s Trail. Auf der Gegenseite konnten wir Menschen im Zickzack den Berg runtergehen sehen. Die Strecke zu wandern, kam für mich nicht mehr in Frage als wir am Ende des Trails angekommen waren. Die Treppen gingen steil bergab. Doch wir standen auf halber Höhe des zweiten Wasserfalls und der ging gefühlte 40 Meter in die Tiefe. Der Wanderweg auf der gegenüber liegenden Seite ging nur bis zur Bruchkante, wo sich der Upper Fall dann in die Tiefe verabschiedete. Wieder alles richtig gemacht. Es hatte außerdem nicht geregnet. Der Regen sollte erst später wieder kommen.
Anschließend sind wir weiter in den Norden gefahren. Schon auf dem Hinweg graste ein Bison am Straßenrand. Groß sind die. Und gefährlich.
An einem Shop dann die Sensation. Unzählige Leute standen auf Paletten, Baufahrzeugen und was sich noch so bot. Ohne zu wissen was dort ist, hielten wir mit dem Wohnmobil an und spähten mit. In einem Beerenstrauch war er zu sehen: Der Bär! Er pflückte unbeirrt am Strauch und suchte sein Abendessen. Es fing an zu regnen und die Schaulustigen verschwanden. Nur wir sind geblieben. Ich habe das Wohnmobil kurz umgestellt und dann haben wir auch gegessen. Gemeinsam mit dem Bär. Und wer geduldig war, konnte ihn am nächsten Strauch beobachten.
Auf dem Rückweg konnten wir den tollen Sonnenuntergang genießen und trafen das grasende Bison erneut.

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