Tag 3 – Vancouver, Capilano Suspension Bridge

Der zweite Tag im Urlaub. Wir sind noch in Vancouver. Morgen findet unser Transfer nach Amerika zum Wohnmobil statt. Heute gilt es noch ein wenig die Stadt zu entdecken. Mein Local hatte mir einen National Park mit Hängebrücke empfohlen. Weil aber das europäische Car2Go nicht kompatibel zu Amerika war, haben wir auf den „Leihwagen“ verzichtet. Stattdessen ging es als mit einem kostenlosem Shuttle vom Canada Place zur „Capilano Suspension Bridge“.
Über Jahrzehnte wird hier Geld mit Touristen verdient. Schon damals wusste man, dass es sich hier um eine interessante Idee handelt. Eine lange Hängebrücke über einen Canyon. Damals noch von Büffeln durch die Berge getrieben, wurden Seile gespannt. Von dem damaligen Flair ist nicht viel geblieben. Es ist eher das Disneyland der Hängebrücken. Erstes Hindernis: Asiaten mit Selfie-Stick-Spitzen, die sich alle 2 Meter fotografieren. Ach wie war das früher schön, als nicht alles digital festgehalten wurde. Ja… Ich habe auch meine Kamera dabei. Aber muss ich mich auf jedem Bild verewigen? Bietet die Natur nicht unendliche Schönheit? Mich kann ich jeden Tag im Spiegel betrachten. So ein wertvolles Stück Natur jedoch nicht.
Neben Hängebrücken wurde allerhand aufgerüstet. Dazu gehört ein Hängebrücken Parcour durch Baumkronen, wo es von Baum zu Baum geht. Jede gute Location hat natürlich auch einen Skywalk. Und damit man ein wenig rumrennt wurde aus viel Holz ein kleiner Rundgang gebaut. Die Frage darf sich gestellt werden: Man erhält die Natur, aber baut mit viel viel Holz Rundgänge. Das ganze war noch recht frisch, aber nun ja. Die Natur muss halt zum eigenen Schutz auch Opfer bringen und eben woanders Bäume lassen. Hauptsache auf den 1000 m² stehen noch ein paar übrige Baumriesen und anderswo werden sie gefällt…
Eine gute Attraktion braucht natürlich auch ein Restaurant und natürlich gesalzene Preise. Hier haben wir also alles, was lange dauert und viel Geld da lässt. Eigentlich ist es so einfach. Nur fehlt uns immer wieder die Risikobereitschaft.
Anschließend ging es wieder nach Vancouver. Das ganze Spektakel hat mir die Laune auf eine Hop-On-Hop-Off Tour verdorben. Allerdings gab es auch andere Gründe. Wir sind weite Teile der Strecke bereits abgelaufen. Vom Canada Place ausgehend haben wir uns selbst auf den Weg gemacht. Kleine Gassen entdeckt, die mit einer Bustour nicht entdeckt worden wären. Auf der anderen Seite der Downtown-„Insel“ ging es auf die Brücke. Wir folgten Fußgängern, die entlang weiter Betonplatten auf die andere Flußseite unterwegs waren. In der Mitte der Brücke angekommen und blickend auf die Skyline von Vancouver war mir klar. Im 20 Stock möchte ich nicht neben dieser Brücke leben. Auch so, konnte ich mir das Leben in einem Hochhaus nur sehr schwer vorstellen. Das waren auch keine Hochhäuser, wo arme Menschen lebten. Ich würde es Lifestyle nennen. Mit Blick auf eine große 8 oder mehr spurige Brücke.

Zurück nach Downtown wollte ich noch einen Abstecher an der Sporthalle machen, die unmittelbar in der Nähe des Hotels war. Stattdessen versumpften wir im Yale District. Einige Hochhäuser, aber auch eine Straße mit alten Lagerhäusern. Mit stylischen Bars, oder einem Mini-Händler oder Kunstgalerien. Hier gab es dann auch ein Bierchen. Anschließend ging es zur Halle und aufgrund mangelnder Attraktivität weiter zum Hotel.

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