Tag 15 – Eureka und Humboldt Redwoods State Park und Westport

Die langen Strecken nehmen zu. Heute sind wir 159 Meilen gefahren. Das sind ca. 256 km. Gestartet sind wir Nähe Trinidad beim Elk Country RV Park. Dort, wo das Internet noch aus dem Jahre 1986 stammte.
Früh sind wir aufgestanden. Früh sind wir los gefahren. 10:50 war es, als der Motor startete. Nächste Station: Eureka. Ingress Spieler kennen den Ort bzw. den Namen vom letzten Jahr. Zufall, dass es den Ort gibt. Vor einigen Tagen sind wir schon in der Nähe vom Örtchen „Hamburg“ gewesen. „Elbe“ gibt es hier auch. Selbst einen Straßennamen eines Familienverwandten haben wir entdeckt.
Zurück zur Reise. In Eureka stehen ca. 5 viktorianische Häuser. Vielleicht mögen es auch mehr gewesen sein. Wir saßen nach kurzer Zeit wieder im Wohnmobil. Mobilfunktechnisch waren wir mit 4G ausgestattet. Manche Städte in Kalifornien sind doch recht modern.
Das nächste Ziel war endlich einen gigantischen Redwood zu sehen. Schon im Olympia NP waren einige Baumriesen zu entdecken. Den Redwood NP verpassten wir, aber die ganze Küste ist mit diesen gigantischen Nadelbäumen gepflastert. Im Humboldt (Deutscher Forscher mit mächtiger akademischer Vergangenheit) Redwoods State Park startet in Pepperwood die „Avenue of the Giants“. Ein alter Baum folgte dem nächsten. Die Straße war recht eng und trotzdem blieben wir nicht hängen. An einem Parkplatz ging es dann zu einem kleinen Spaziergang. Ich erinnere daran: Die Bäume sind ca. 80-100 Meter oder höher. Ich packte meine Drohne in den Rucksack und wir wanderten den ca. 2-3 Meilen langen Weg. Auf dem Waldboden wachsen Farne und Kleeblätter. Ab und zu verirrt sich ein Laubbaum in den Wald. Doch überwiegend stehen hier riesige Redwoods. Manche durch Sturm entwurzelt, andere vom Blitz getroffen und innerlich verbrannt und der Großteil steht zum Glück aufrecht dem Himmel entgegen. Die Wurzeln sind sehr Flach und nicht sehr tief. Der Umfang einer Wurzel ist teilweise so groß wie das Wohnmobil.
Eine Lichtung war schwer zu finden. Aber da war ein kleines Plätzchen. Keine Menschenseele zu entdecken. Also Rucksack auf und Drohne startklar gemacht. Vertikal und horizontal kalibriert und los ging es. Doch irgendwas war komisch. Die Drohne flog seitwärts. Driftete durch die Lüfte. Entweder ich habe die falschen Knöpfe gedrückt oder… und zack war der Baum im Weg. Die Drohne stürzte zu Boden. Bei der Videoaufnahme war leider der komplette Absturz nicht zu erkennen. Die Kamera zur anderen Seite gerichtet schaltete sich sofort aus, als beim Zusammenstoß mit dem Baum sich der Akku aus der Halterung löste. Anschließend habe ich die Drohne auf den Weg gestellt. Zuerst dachte ich, dass die Kamerahalterung einen Knacks abbekommen hätte, aber nach kurzem Systemstart, war die Kamera wieder ausgerichtet. Schnell eingepackt und weiter. Ursache wird wahrscheinlich das mangelnde GPS Signal gewesen sein, weswegen die Drohne keine Stabilität beim Flug entwickelte. Insgesamt hatte die Fernbedienung nur 4 Satelliten angezeigt. Das war wohl zu wenig. Ob die Drohne noch funktioniert, werde ich auf freier Fläche ausprobieren. Nächste Lektion ist dann: Drohne ohne GPS über ein Feld problemlos manövrieren.

Wir wanderten weiter und kamen irgendwann wieder am Wohnmobil an. Wir folgten der Straße der Giganten südwärts. Bäume, Bäume und noch mehr Bäume. Irgendwann ging es wieder auf den Freeway. Kurz bevor die Avenue zu Ende war.
In Leggett bogen wir rechts auf die California State Route 1 auch kurz CA1. Es wurde bergig. Wenig Verkehr, aber immerhin. Es war nicht ganz so einsam wie im St. Helens National Monument. Und was für eine Strecke. Warum die gebaut wurde, erschließt sich mir nicht. Ich weiß nur, dass diese Straße von einer Menschenart der Abstammung Homo Montanus geplant und erbaut wurde. Der Homo Montanus ist dafür bekannt vermehrt in Bergregionen Straßen mit unzähligen Kurven, abartigen Steigungen und schwindelerregenden Höhen zu bauen. Sein Lebensinhalt? Kurve.
45 MPH bis zu 15 MPH Geschwindigkeit. Bis zu 7% Steigung. Links, rechts, links, rechts, rechts, links, links, rechts. Insgesamt waren es dann 412 Rechtskurven. 321 Linkkurven. 1 Gerade und 20 Stellen, an denen die Natur die Straße zerstört hat und diese wieder geflickt werden musste. Ach und ein Postkasten war auch noch zu entdecken. Irgendwann spuckt uns der Berg aus und wir sind an der kalifornischen Pazifikküste. Eine Haltebucht und zwei Autos. Kurz angehalten und umgeschaut. „Oh, schon wieder Tiere im Wasser“ dachte ich und erspähte mit dem Fernglas zwei Surfer, die sich im Wellenreiten versuchten. Es war ungemütlich. Nebel hing über der Berghängen und dem Strand und paradiesisch war es allemal nicht. Aber gut. Im Neoprenanzug ist das alles egal.
Nahe Westport fanden wir einen Campingplatz in einer kleinen Bucht auf Höhe des Meeresspiegels. Ein wenig höre ich das Rauschen der Wellen. Einige Camper sitzen am Strand und machen Lagerfeuer oder genießen die Wärme des Feuers vor dem eigenen Wohnmobil. Hier ist im Sommer wahrscheinlich die Hölle los.

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